"Die Menschen stärken, die Sachen klären"
Bericht über das erste Workcamp, 29. September bis 13. Oktober 2007, auf Kreta
Autorin: Kristin Schluhe, Jugendwerkstatt Nienburg jugendwerkstatt.ni@t-online.de
Um die Fotos besser ansehen zu können, fahren Sie mit der Maus darüber und sie werden vergößert.
Samstag, der 29.09.2007
Nach einem ruhigen Flug sind wir am Samstag, den 20.09.2007 um 19:55 Uhr auf dem Flughafen von Chania gelandet.
Mit einem Bus wurden wir zum EURO-MEDITERRANEN-JUGENDZENTRUM (EJZ) gefahren.
Die ORTHODOXE AKADEMIE KRETAS (O.A.C.) versorgte uns mit einem warmen Abendessen und wir richteten und häuslich ein.
ALEXANDER SPENGLER und DETLEF BESTE wiesen uns in die Gepflogenheiten des Camps ein und gaben uns einen Ausblick auf die
komenden Tage.
Die erste Nacht war sehr unruhig, da die Jungen immer spaßeshalber in die benachbarte Mädchenhütte gelaufen sind.
Wir Mädchen haben zu dritt in einer Hütte geschlafen, in der sonst 10 Betten stehen. Am Geruch und der Sauberkeit
der Bettwäsche haben wir uns zwar etwas gestört, aber wir haben dort sehr gut geschlafen.
Sonntag, der 30.09.2007
Nach dem Frühstück unternahmen wir mit Alexander Spengler einen Rundgang über das Gelände des EJZ.
Er berichtete über die Philosophie des Camps mit den vier Grundpfeilern: GEMEINSCHAFT | ÖKOLOGIE | KREATIVITÄT
| ÄSTETIK. Wir waren beeindruckt, was bis jetzt erreicht wurde.
Der Nachmittag stand für uns Teilnehmer zur freien Verfügung und wir nutzten die Gelegenheit für ein Bad. Der Pool in
der nahe gelegenen Campinganlage war sehr erfrischend.
Montag, der 01.10.2007
Am Montag begannen wir die Arbeiten am Projekt. Einige von uns steckten die Felder ab, die später betoniert werden sollten.
Andere kümmerten sich um Aufräumarbeiten und um Dekoratives.
Die Kochgruppe erkundete die günstigsten Supermärkte und organisierte die Verpflegung. Wir einigten uns darauf,
dass es morgens und mittags kalte und abends warme Küche gibt. Den Nachmittag nutzten wir zu einer Einführung
in die einheimische Sprache und Gestik. Einige von uns hatten schon gewisse Vorkenntnisse.
Dienstag, der 02.10.2007
Dienstag gingen die Arbeiten am Projekt weiter. Die Nienburger begannen mit der Reparatur des Schattendachs. Es wurden lange
Bambusstämme gesammelt, auf Länge geschnitten und in die Lücken eingefügt.
Die Nachmittage waren in der Regel zur freien Verfügung. Gegen 17 Uhr fuhren wir in die O.A.C., um den Gründer
Herrn ALEXANDROS PAPADEROS zu treffen. Nach einem gemeinsamen Abendbrot fuhren wir gegen halb zehn zurück ins Camp.
Mittwoch, der 03.10.2007
Die Arbeiten am Projekt gingen weiter und die Schalungen für die Betonplatten wurden erstellt.
Donnerstag, der 04.10.2007
Am Donnerstag stand der Besuch der Berufsschulen auf unserem Programm. Zunächst besuchten wir in Begleitung von Herrn Dr. Papaderos
eine städtische Berufsschule, in der Helfer in verschiedenen Berufen ausgebildet werden. Über das Internet soll sich
ein Austausch mit Hannover entwickeln.
Nach einem gemeinsamen Besuch im Stadtgarten von Chania konnten wir in kleinen Gruppen die Altstadt und den venezianischen Hafen
von Chania erkunden.
Am Spätnachmittag besuchten wir noch eine ländliche Berufsschule in der Nähe von Kolymbari.
Freitag, der 05.10.2007
Der Beton ließ auf sich warten, so dass andere Reperaturarbeiten erledigt werden konnten, beispielsweise der Handlauf
der wackeligen Treppe zu unseren Hütten. Am Abend gab es eine Einführung zur Teilnahme des Heiligenfestes
am kommenden Tag.
Samstag, der 06.10.2007
Der Beton wurde heute geliefert, es wurden drei Betonplatten gegossen und die Oberfläche geglättet.
Ein Teil von uns ist am Abend zum Fest des Heiligen Johannes gefahren. Die Stimmung war locker und es gab sehr salzige
Sardellen mit Brot.
Sonntag, der 07.10.2007
Der Sonntag war überweigend zur freien Verfügung. Ein Teil der Gruppe besuchte die westlich gelegene Stadt Kissamos und nutzte
den Sandstrand zu einem ausgiebigen Bad im Meer.
Am Abend bereitete uns Alexander Spengler auf die bevorstehende Exkursion der Samaria Schlucht vor. Jeder konnte für sich selber
entscheiden, ob er dieser körperlichen Anstrengung gewachsen war.
Montag, der 08.10.2007
Die Wandergruppe brach zeitig zum Einstieg der Samaria Schlucht auf, um ausreichend Zeit für die Wanderung zu haben.
Die 18 km lange Wanderung war sehr anstrengend, aber auch sehr beeindruckend.
Es ging 1200 Höhenmeter hinab, bis wir unsere schmerzenden Füße in ein erfrischendes Bad im kühlen Mittelmeer
eintauchen konnten.
Mit dem Boot ging es weiter nach Souja, wo wir von Alexander Spengler abgeholt wurden.
Die Jugendlichen, die nicht an der Wanderung teilgenommen haben, mussten mit Wasili, dem Hausmeister des EJZ, das Gelände
reinigen.
Dienstag, der 09.10.2007
Heute wurden die Verschalungen der Betonplatten entfernt, der Fußballplatz von Unkraut befreit und die Fußballtore
geweißt.
Am Nachmittag besuchten wir die Warengenossenschaft Koundoura. In den Foliengewächshäusern werden überwiegend
Tomaten und Gurken produziert. Das in Westkreta produzierte Olivenöl wurde kürzlich als viert bestes Olivenöl
der Welt ausgezeichnet.
Mittwoch, der 10.10.2007
Außer der Jugendwerkstatt Nienburg waren noch zwei weitere Gruppen aus Deutschland auf Kreta, nämlich aus Aurich und Norden.
Dieser Vormittag wurde für ein freundschaftliches Fußballspiel zwischen Norden und Nienburg genutzt. Nach einem
harten Kampf, in dem es sogar Verletzte gab, gewannen die Nienburger, zu meinem persönlichen Bedauern mit 7:2.
Endlich wurden mit UPS die Großraum-Zelte geliefert und eines direkt aufgebaut.
Nachmittags besichtigten wir die Ausgrabungsstätte von Fallassarna, eine hellenisch-römische Hafenstadtanlage, die
durch ein Erdbeben ca. 11 Meter angehoben wurde und jetzt auf dem Trockenen liegt. Nach der Kultur war das Baden am Strand
von Fallassarna besonders wohltuend.
Zu 21 Uhr waren wir wieder in der O.A.C. eingeladen und erlebten einen griechischen Abend mit kretischen Volkstanz.
Donnerstag, der 11.10.2007
Für die Hälfte der Gruppe bestand noch einmal die Möglichkeit, in Chania shoppen zu gehen und noch einmal die
Stadt Chania zu erkunden.
Die andere Hälfte sammelte noch einmal Müll und Schutt auf dem ganzen EJZ zusammen.
Die griechische Mentalität ist bis jetzt leider so, den Müll irgendwo hinzuwerfen und einfach liegen zu lassen.
Freitag, der 12.10.2007
Acht Personen nutzten am Freitag die Gelegenheit für eine Fahrt nach Knossos. Sie besuchten dort die wohl älteste
Palastanlage Europas (von ca. 1700 vor Chr.) und nahmen an einer Führung teil. Bei der abendlichen Abschlussrunde konnte
jeder seine Eindrücke schildern.
Zusammenfassend hat es allen sehr gut gefallen. Die Gruppenzusammensetzung war super. Störend waren die Sanitäranlagen,
der überall auf Kreta verstreute Müll und die relativ unstruktuierten Arbeitsabläufe.
Samstag, der 13.10.2007
Samstagmorgen war zeitiges Wecken. Es hatte etwas geregnet, was zu Stromausfall auf unserem Gelände führte.
Frühstück gab es beim Kerzenschein. Am Flughafen Chania wurde uns mitgeteilt, dass unser Flieger drei Stunden
Verspätung hat. Entsprechend später kamen wir in Hannover an und freuten uns am Ende des Tages endlich wieder bei
unseren Familien zu sein.
Auf diesem Weg schönen Gruß an alle,
Kristin Schluhe
Realisierung | Durchführung | Bildungs- und Kuturprogramm:
Jugendbildungsbüro Hannover der Evangelischen Akademie Loccum
in Kooperation mit dem Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt -KDA-
Detlef Beste Engelbosteler Damm 72 30167 Hannover Mail:jugendbildungsbuero.eal.beste@htp-tel.de
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