Das Projekt "Loodskotter" in Delfzijl 
In Delfzijl in der Provinz Groningen entsteht zur Zeit im Rahmen eines Projektes für Jugendliche, die keinen "normalen" Arbeitsplatz gefunden haben, der
Nachbau eines Lotsenkutters aus dem 19. Jahrhundert. In einem großen Schuppen auf dem Hafengelände, der nach der Fertigstellung des Schiffes ohnehin
abgerissen wird, wird seit zwei Jahren an diesem Schiff gebaut.
Bei der Überlegung, welches Projekt umgesetzt werden sollte, um arbeitslosen Jugendlichen eine sinnvolle Beschäftigung zu geben, kam man in Delfzijl auf die
(naheliegende) Idee, einen jener typischen Lotsenkutter nachzubauen, wie sie zwischen Mitte des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts in der Emsmündung
standardmäßig im Einsatz waren. Damit wollte man an die maritimie Tradition des Ortes anknüpfen und gleichzeitig die Lotsen ehren, die
über Generationen den gefährlichen Dienst in der Emsmündung versehen hatten.
Mitte des 19. Jahrhunderts war der holländische Lotsendienst vereinheitlicht und der Königlichen Marine unterstellt worden. Die vielen Untiefen und
Strömungen in der Emsmündung hatten immer wieder Opfer gefordert und mit der Vereinheitlichung des Lotsendienstes sollte dem entgegengewirkt werden.
Dafür wurden robuste, einfache Schiffe gebaut, die auch unter widrigen Windverhältnissen gut zu segeln waren.
© 2008 Ursula Hellweg ¦ LAK Berufsnot · Engelbosteler Damm 72 · 30167 Hannover